Schwimmteich - ein naturnahes Badegewässer

Was ist eigentlich ein Schwimmteich?

Der Begriff Schwimmteich ist bereits Ende der 1980 er Jahre entstanden. Damals wollten einige ÖKO-Fans im eigenen Garten ohne Chemie schwimmen. Es wurde dazu einfach ein Loch im Garten ausgehoben, mit Folie abgedichtet, Pflanzzonen oft nur mit dem vorhanden Aushubmaterial angelegt und schon konnte das Wasser fließen. Diese der Natur nachgeahmten Teiche funktionierten je nach verwendetem Material und aufgewendeter Pflege mehr oder weniger gut.

Mit den Jahren kahm immer mehr an Erfahrung dazu, es wurde auch begonnen zu analysieren und forschen – was funktioniert und was funktioniert nicht. So wurden die Bautechnik und die Materialien immer weiter verfeinert. Es kam auch immer mehr an Technik wie Skimmer und Pumpen zum Einsatz die manchmal Erfolg brachen, manchmal aber auch nicht.

Erst als 2013 in Österreich die Ö-Norm L-1128 in Zusammenarbeit mit dem Verband Österreichischer Schwimmteich- und Naturpoolbauer erschien, wurde genau festgehalten wie ein Schwimmteich funktionieren kann und was der Unterschied zum sogenannten Naturpool ist.

In den letzten Jahren erlebt der Schwimmteich wieder eine Renaissance und erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Wo sonst kann man die Natur so hautnah erleben als im Schwimmteich. Gerade im Städtischen Raum bieten diese Schwimmteiche wertvolle und wichtige Ökozellen für verschiedenste Tierarten.

Gestaltung von Schwimmteichen:

Schwimmteiche können optisch auf zwei Arten gestaltet werden: in der Form wie ein von der Natur geschaffener Teich (organische Gestaltung) oder in Form eines Swimmingpools (architektonische Gestaltung).

Schwimmteich ohne Technik:

Der klassische Schwimmteich ist die Urform der Bademöglichkeit in belebtem Wasser. Quasi das Augewässer im eigenen Garten. Dank der erforderlichen großzügigen Regenerationszone von mindestens der Hälfte der Anlage können nahezu alle für Ihre Region typischen Sumpf- und Wasserpflanzen ihre wilde Schönheit entfalten. Auf und zwischen den Pflanzen bietet sich zahlreichen selten gewordenen Tierarten – Fröschen, Molchen, Libellen – Lebensraum und Ihnen damit unendliche Möglichkeiten, direkt und täglich vor der eigenen Haustür in die Vielfalt des Lebens einzutauchen. Der zum Schwimmen und Baden vorgesehene Teil – die Nutzzone – wird durch eine etwas unter dem Wasserspiegel endende Wand von der Regenerationszone getrennt. Die Lebewesen der Regenerationszone erhalten das System. Sie sollen durch die Abgrenzung vor Störungen durch eventuell fehlgeleitete Schwimmer verschont werden. Dennoch befindet man sich als Schwimmer in der Nutzzone mitten im Geschehen.

Die richtige Auswahl der Bepflanzung ist wichtig für die Wasserreinigung, hier ist auch auf das richtige Verhältnis von Uferpflanzen zu Unterwasser- und Schwimmblattpflanzen zu achten.

Der technisch unterstützte Schwimmteich:

Dezenter Technikeinsatz, volles Naturerlebnis. Die automatische Oberflächenreinigung mittels eines Skimmers, den es in verschiedenen Ausführungen gibt, sorgt dafür, dass die Wasserfläche frei von zugeflogenen Kleinteilen bleibt.

Die Größe und Ausstattung dieses Teichtyps mit Pflanzen und Tieren gleichen dem klassischen Schwimmteich Typ. Die durch den Skimmer bewegte oberste Wasserschicht wird periodisch, maximal zwei Stunden pro Tag, durch kleine Pumpen in Bewegung gehalten. Schwimmende Teilchen kommen dadurch entweder in eine Auffangvorrichtung oder werden zwischen die Stängel von Sumpfpflanzen getrieben. Während in der Pflanzenzone aufgestellte Rund- bzw. hinter einer Wand eingebaute Maulskimmer mindestens einmal pro Tag entleert werden sollten, sind Bogenskimmer eine bequemere Lösung. Weitere Möglichkeiten sind der Teichfläche angehängte Skimmerteiche. Sie sind von dieser oft vernachlässigten Entleerungspflicht befreit. Moderne Bogenskimmer entleeren sich über einen Auffangbehälter selbst. Skimmerteiche und Luftperlvorhänge bringen die schwebenden Teilchen dort zum Absinken, wo Nährstoffe abgebaut und für Pflanzenwurzeln verfügbar gemacht werden. Beide Systeme sind wartungsfrei.

Die technischen Einrichtungen entziehen dem Wasser allerdings keine Nährstoffe, sondern halten trübende Partikel zurück und wandeln sie in pflanzenverfügbare Nährstoffe um. Auch eine baulich bedingte zu geringe Verbindung zwischen Nutz- und Regenerationszone kann es erforderlich machen, den gemeinsamen Wasserkörper beider Zonen künstlich zu mischen, um die biologischen Vorgänge gleichmäßig im gesamten Volumen ablaufen zu lassen. In fachgerecht gebauten Schwimmteichen dieser Art findet man sich üppig zeigende Pflanzenzonen und immer klares Wasser. Die Herstellung der Filter und die Auswahl der dafür geeigneten Pflanzengemeinschaften erfordern ausgezeichnetes botanisches und hydraulisches Wissen.

Richtige Pflege:

Wie jeder Naturraum ist auch der Schwimmteich natürlichen Veränderungen unterworfen. Um den Schwimmteich als „üppige Teichlandschaft“ zu erhalten, ist ein wenig Pflege notwendig.

Die Nährstoffe, als Sedimente am Boden abgelagert, müssen einmal pro Jahr vom Beckengrund abgesaugt werden. Blätter, Stiele und Stängel der Sumpf- und Wasserpflanzen werden im Herbst geschnitten und ebenfalls aus dem Teich geholt. Ein einfaches Netz schützt vor Falllaub – auch so verhindert man Nährstoffeinträge! Diese Arbeiten können leicht selbst oder von einer der Fachfirmen des VÖSN durchgeführt werden. Der klassische Schwimmteich ist ideal für Menschen, die die Natur auch mitten in der Stadt hautnah erleben wollen. Durch die geringen erforderlichen Wartungsarbeiten kann der klassische Schwimmteich auch wochenlang sich selbst überlassen werden – ideal für Zweit- und Ferienwohnsitze.

TIPP – Schwimmteichen genügend Zeit geben

Die Basis (fast) jeder Lebensgemeinschaft bilden verfügbare Nährstoffe – so auch jene im frisch eingelassenen Schwimmteichwasser. Die ersten Nutznießer von Wasser, Licht und Nahrung sind Pflanzen. Im Fall des Schwimmteiches mikroskopisch kleine Grünalgen. Vorerst unbehelligt von Fressfeinden können sie sich so massenhaft vermehren, dass das Wasser sich frisch grün färbt. Die Konsumenten dieser „Unterwasserweide“ sind mikroskopisch kleine Pflanzenfresser.

Sie lassen je nach Witterung nur 4-8 Wochen auf sich warten und sorgen dann für klare Verhältnisse.